Dienstag, 30. August 2011

Mario Gavranovic

Es gibt Spieler, die mag man mehr als andere Spieler. Oftmals ist das, weil sie deutlich besser Fußball spielen, sich durch besondere Loyalität, Kampfwillen oder Fairness auszeichnen oder einfach, weil sie in einem  besonders bedeutenden Spiel ein entscheidenes Tor geschossen oder verhindert haben. Manchmal aber, da findet man bestimmte Spieler gut (oder eben auch nicht) und weiß gar nicht so genau, warum das so ist.
Beispiel: Ivan "die Rakete" Rakitic fand ich immer top. Dabei musste ich mich schon regelmäßig über ihn ärgern, weil er eigentlich viel zu selten so spielte, wie man es aufgrund seines Talents von ihm erwartete. Trotzdem stand vor jedem Spiel die Hoffnung im Raum, dass das jetzt eeeeendlich der große Durchbruch wird. Passierte nicht so wirklich. Im Gegenzug könnte ich wohl Edu nennen. Obwohl ich mir immer vornehme, seine beiden Zaubertore in Mailand in Erinnerung zu behalten, kriege ich gleich ein wenig Angst, wenn er eingewechselt wird - im Kopf bleiben nämlich leider nicht die Tore gegen Inter, sondern die Szene, die Frank Goosen regelmäßig zum Besten gibt.
Im aktuellen Kader der Schalker gibt es (unter den "Wenigspielern") zwei Spieler, die ich sehr schätze, obwohl ich mir bewusst bin, dass ich sie eigentlich viel zu selten habe spielen sehen, um ein sinnvolles Urteil fällen zu können. Zum einen ist das Sergio Escudero, der zur Zeit verletzt ist, und zum anderen Mario Gavranovic. Gavranovic spielte in der letzten Saison achtmal in der Bundesliga, einmal in der Champions League und einmal im DFB-Pokal. In den Bundesliga-Spielen habe ich ihn nur etwa 300 Minuten spielen sehen, in Champions League und DFB-Pokal hat er zwar Tore geschossen, aber keines, welches so bedeutend war, dass meine Sympathie in einem der oben genannten "unvergessliche Tore"-Bonus begründet sein könnte. Auch seine amüsanten Ansagen auf der Feier nach dem gewonnenen Pokalfinale sind wohl nicht der Grund für meine Gavranovic-Begeisterung. Vielmehr kann ich es mir eher damit erklären, dass Gavranovic mir als immer beweglich und anspielbar  im Kopf geblieben ist. Vor meinem geistigen Auge nimmt er Pässe technisch gut an und hat den Zug zum Tor, den man bei manch einem Stürmer vermisst. Nach der Rückkehr von Ralf Rangnick ging ich eigentlich davon aus, dass er hinter den gesetzten Leuten im Sturm zumindest Edu und Konsorten locker verdrängen kann, zumal er mit seiner flinken Spielweise perfekt zu Rangnicks Wunsch-Fußball zu passen schien. Insofern war ich über die Verpflichtung von Ciprian Marica fast schon ein wenig enttäuscht und bin es auch jetzt oftmals, wenn statt des wendigen Schweizers mal wieder der ebenfalls rechtsfüßige Rumäne eingewechselt wird.
Mario Gavranovic wird vielleicht für den Rest der Saison an den FSV Mainz ausgeliehen. Ich fände das schade, würde aber - sollte es soweit kommen - hoffen, dass es eine Chance für ihn wird: im Idealfall knipst er für die Mainzer jede Menge Buden und kommt dann in der nächsten Saison mit neuer Power und mehr Spielpraxis zurück nach Schalke, um hier mit dem Tore schießen weiterzumachen. Und falls er bleibt, dann hoffe ich, dass ich ihn zukünftig öfter zu sehen bekomme und er am Ende der Saison wieder den ein oder anderen Grund hat, auf Feiern den "Speaker und Entertainer" zu machen.

Kommentare:

  1. Lustig, weil diese beiden Spieler (Mario & Sergio) haben bei mir genau den gleichen Stellenwert.
    So hatte ich auch vermutet, dass RR bei seinem Antritt Sergio recht schnell ins Herz schließen würde, schließlich hatte er bei seinen Einsätzen mMn sehr überzeugt.
    Klar war da Luft nach oben, besonders in der Defensive, aber wenn ich mir jetzt im Vergleich dazu anschaue, was Fuchs da alles zulässt, dann sehe ich sogar Sergio vorne.
    Ich hoffe einfach, dass er gehalten und als Backup für Fuchs eingesetzt wird.

    Für Mario und somit für Schalke ist es vielelicht sogar besser, dass er nach Mainz ausgeliehen (angeblich ohne Kaufoption) wird.
    Spielpraxis würde er bei uns eh keine erhalten, dafür müssten sich Hunter oder Raul verletzten und auch dann wäre er vermutlich nur zweite Option hinter Marica.
    Mal sehen.

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  2. Da scheinen wir wirklich der gleichen Meinung zu sein. Escudero hat nach vorne in den wenigen Spielen richtig Dampf gemacht. Hoffentlich ist er bald wieder fit. Gerade, wenn demnächst die englischen Wochen losgehen, wäre es sicherlich hilfreich, ihn als Backup für Fuchs parat zu haben. Wie lange doktort man eigentlich an so einem Leistenbruch rum?
    Auch in Sachen Gavranovic stimme ich Dir vollkommen zu. Ich hätte halt nur gerne, wenn denn schon der böse Fall einer Verletzung des Hunters oder Raúls eingetreten wäre, ihn als Ersatz gesehen, da ich ihn für stärker als Marica halte. Aber hoffen wir einfach mal, dass sich da vorne niemand verletzt, es keine Kaufoption gibt und der Speaker dann einfach im nächsten Jahr für uns netzt. Im Mainzer Spiel kann ich ihn mir jedenfalls auch gut vorstellen.

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  3. War leider eine Falschinformation: Mainz hat ne KO erhalten :(
    "Mainz 05 verpflichtet Mario Gavranovic von Schalke 04

    Der 1. FSV Mainz 05 verpflichtet mit sofortiger Wirkung Mario Gavranovic vom FC Schalke 04. Der 21-jährige Angreifer wird zunächst für ein Jahr bis Juni 2012 vom Ligakonkurrenten ausgeliehen. Mainz 05 verfügt über das Saisonende hinaus über eine Kaufoption mit Anschlussvertrag bis 2016."

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  4. Auch gerade entdeckt... schade! Muss man dann jetzt hoffen, dass er
    1. doch gar nicht so gut war oder
    2. Tuchel das übersieht oder
    3. er wegen eines Schnupfens dort gar nicht spielen kann (die ganze Saison), um dann als "zu verletzungsanfällig" zurück nach Schalke zu kommen? ;)

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  5. Kaufoption heißt doch nicht zwangsläufig, dass der Verleiher den Spieler verkauft- oder?

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  6. Melodie, ich bin mir zwar nicht 100%ig sicher, aber ich meine, dass "Kaufoption" heißt, dass der ausleihende Verein diese ziehen kann, und wenn er das tut, dann kann der Verleiher da auch nicht mehr groß sagen: "Ach nee, doch nicht!". Werde das aber mal checken. Oder weiß wer das sicher aus dem Stehgreif?

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  7. Aus den Koenigsblog-Kommentaren:

    Aus dem Online-Wirtschaftslexikon:

    Option, die ihren Erwerber berechtigt, aber nicht verpflichtet, innerhalb einer bestimmten Frist oder zu einem bestimmten Zeitpunkt vom Verkäufer die Lieferung des Basisobjekts zum Basispreis zu erwerben.

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  8. Sorry Melodie, ich war Dir ja noch eine Antwort schuldig... verpeilt. Der letzte Kommentar ist aber auch das, was mir beim Googlen über den Weg gelaufen war. Zwar zitiere ich Wikipedia ungern, aber auch das, was da steht, klingt leider nicht positiver:

    Eine Call-Option (oder auch Vanilla Call, dt. Kaufoption) ist eine Option, bei welcher der Käufer das Recht, aber nicht die Pflicht hat, innerhalb eines bestimmten Zeitraums (amerikanische Optionen) oder an einem bestimmten Zeitpunkt (europäische Optionen) einen bestimmten Basiswert (Underlying) zu einem im Voraus festgelegten Preis (Ausübungspreis, Strike-Preis) in einer im Voraus festgelegten Menge zu kaufen.

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  9. Danke für die Antwort!
    Wirklich schade,denn ich glaube nicht, dass die Mainzer ihn wieder gehen lassen. Mir hat er auch sehr gut gefallen!
    Ebenso wie Dein Spielbericht RWO - Schalke.
    Bei den anderen Bloggern wird man von Statistiken erschlagen. Ich hasse Statistiken!! das kommt dann zu der Länderspielpausenlangeweile noch dazu

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